Jubiläumsprogramm des „Bauhaus Verbund 2019“

Festprogramm zum Bauhaus-Jubiläum – gefördert im Programm "Bauhaus 2019"

Die Kulturstiftung des Bundes kofinanziert eine Reihe von Ausstellungen und Projekten zur Ideengeschichte und internationalen Weiterentwicklung des Bauhaus, die seit 2017 an den historischen Bauhaus-Standorten – Klassik Stiftung Weimar, Stiftung Bauhaus Dessau und Bauhaus-Archiv Berlin/Museum für Gestaltung – und später dann auch noch in anderen Bundesländern präsentiert werden.

Geplant sind beispielsweise die Ausstellungen „Licht! Fotografie am New Bauhaus Chicago“ in Berlin, „Wege aus dem Bauhaus. Gerhard Marcks und sein Freundeskreis“ in Weimar und „Handwerk wird modern“ in Dessau. Im eigentlichen Jubiläumsjahr 2019 wird es in allen bis dahin realisierten Museums-Neubauten der drei Bauhaus-Städte große Jubiläumsschauen geben.

Eigens aus Anlass und zur koordinierten Gestaltung des Bauhaus-Jubiläums haben sich neun Bundesländer und der Bund zu einem Verbund zusammengeschlossen, der neben einer Eröffnungs-Festwoche in Berlin aktuell 14 große Ausstellungsvorhaben in ganz Deutschland plant, die darstellen, wo und wie das Bauhaus Architektur, Städteplanung, Typografie, Gestaltung, Fotografie, Tanz u.v.m. geprägt hat.

Das Bauhaus-Jubiläum soll mit dem Programm „Bauhaus 2019“ zu einem Ereignis von nationaler Strahlkraft avancieren, welches das Bauhaus als Erfolgsgeschichte für die internationale Wirkungsgeschichte der Moderne würdigt.

Projekte ab 2017

Bereits in diesem Jahr präsentieren die Bauhaus-Institutionen drei Ausstellungen, um das Jubiläum vorzubereiten: »Licht! Fotografie am New Bauhaus Chicago« (Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin), »Wege aus dem Bauhaus. Gerhard Marcks und sein Freundeskreis« (Bauhaus Museum der Klassik Stiftung Weimar) sowie »Handwerk wird modern« (Stiftung Bauhaus Dessau) zeigen zentrale Themen aus der Ideengeschichte des Bauhauses – wobei der internationalen Weiterentwicklung von Bauhaus Methoden besonderes Augenmerk gilt.

Projekte im Jahr 2019

Höhepunkte des Jubiläumsjahrs 2019 werden drei als nationaler Bauhaus-Ausstellungszyklus geplante Jubiläumschauen in den bis dahin realisierten Museums-Neubauten sein. Den Auftakt macht das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin mit der Jubiläumsausstellung »bauhaus: produktion – reproduktion«. In ihr geht es um die designgeschichtliche Bedeutung des Bauhaus für das 20. Jahrhundert und die Wirkungsgeschichte seiner weltweit als Ikonen verehrten Artefakte.

Die Jubiläumsschau »Schnittpunkte. 100 Jahre Bauhaus und Gegenwart« im neuen Bauhaus Museum der Klassik Stiftung Weimar bettet die Gründung des Staatlichen Bauhaus Weimar in die Geschichte der Moderne ein und beleuchtet die dortige Sammlungsgeschichte sowie die ideengeschichtliche Rolle, die Weimar als ein Kristallisationspunkt der Demokratie-Entwicklung in Deutschland einnimmt.

Die Jubiläumausstellung »Versuchsstätte Bauhaus«, die zum Abschluss des Zyklus im Herbst 2019 im neuen Bauhaus Museum Dessau eröffnet, arbeitet am Beispiel sogenannter »Topoi« – wie etwa Warenhaus, Fabrik, Labor, Schule oder Museum – zentrale Programmatiken und Gestaltungsthemen der Institution in Dessau heraus und legt ihre Wirksamkeit für die Formierung einer Kultur der Moderne offen.

Das Bauhaus genießt auf der ganzen Welt einen herausragenden Ruf. Zu seiner Wirkungsgeschichte zählen daher über die deutsche und europäische Herkunft hinaus auch die globalen Austauschbeziehungen, die weltweit im Namen des Bauhaus oder unter seiner Beeinflussung entstanden sind – und bis heute entstehen. Dieses kosmopolitische Weiterleben des Bauhauses und seine Exil- und Wirkungsgeschichte nach 1933 ist Thema der Ausstellung »Migrant Bauhaus«. Die – in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut geplante – Ausstellungstournee umfasst zehn Stationen auf insgesamt fünf Kontinenten. An jedem Ort wird sie um genuine länderspezifische Bauhaus-Ausprägungen erweitert. Im Jahr 2019 kehrt die Ausstellung »Migrant Bauhaus« abschließend nach Deutschland zurück und soll – begleitet von einem Rahmenprogramm mit Beiträgen der beteiligten internationalen Institutionen, Künstler, Designer und Architekten – in Berlin gezeigt werden.

Weitere Projekte in den Bundesländern

Baden-Württemberg
Die Ausstellung »Bauhaus 2018 – 1968. Die Rationalisierung des Glücks« nimmt seinen Ausgangspunkt in der 1968 vom Württembergischen Kunstverein realisierten Ausstellung »50 Jahre Bauhaus«. Die unter anderem von Herbert Bayer konzipierte Schau tourte bis 1971 international durch acht Museen und galt als ein Welterfolg. 50 Jahre später fragt das geplante Ausstellungsprojekt – abermals im Württembergischen Kunstverein – danach, wie diese historische Ausstellung das Bauhaus darstellt, welches Deutschland-Bild sie gezeichnet hat und wie sie die Ereignisse des Jahres 1968 – vom Pariser Mai bis zu den Politiken des Kalten Krieges – reflektiert

Brandenburg
Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus stellt in der Ausstellung »Unbekannte Moderne 2019« (Arbeitstitel) dar, wie stark die Repräsentation der – im Stil der Neuen Sachlichkeit gemalten – Stadt von Darstellungsformen des Bauhaus beeinflusst war. Im Bereich der Architekturgeschiche geht es zudem um den Fund und die Vermittlung exemplarischer Bauhaus-beeinflusster Gebäude in Brandenburg.
Weiterhin definieren die »Potsdamer Tanztage 2019« das choreographische Erbe des Bauhauses als Ausgangspunkt für Auftragsproduktionen an zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Tanz und Choreografie.

Niedersachsen
Das Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Oldenburg – das dem Bauhaus sehr früh einen eigenen Sammlungsschwerpunkt gewidmet hat – zeichnet in seiner Ausstellung »Das Bauhaus in Oldenburg« nach, wie diese Museumspolitik die Produktionsweisen regionaler Künstlerinnen und Künstler beeinflussen konnte und was auf nationaler Ebene die Rezeption des Bauhaus nach seiner Zerschlagung im Nationalsozialismus auszeichnete.
Darüber hinaus zeigt das Sprengel Museum Hannover die umfassende Aufarbeitung des zu Lebzeiten einflussreichen, heute nahezu vergessenen Fotografiewerks des Bauhaus-Künstlers Otto Umbehr, genannt ‚Umbo’.

Nordrhein-Westfalen
Für das Projekt »Bauhaus in Krefeld« in Nordrhein-Westfalten erarbeitet der Künstler Thomas Schütte eine begehbare Raumskulptur. Sie ist Veranstaltungsort für Debatten über die aktuelle Gestaltung von Stadt und Stadtgesellschaft und umfasst zudem eine Ausstellung zur Tradition der architektonischen Moderne in Krefeld – auch mit Hinsicht auf den Einfluss, den Mies van der Rohe in der dortigen Region erlangen konnte.

Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz richtet das Gutenberg Museum Mainz/Weltmuseum der Druckkunst die Typographie-Ausstellung »einfach grotesk« aus – sie zeichnet die Entwicklung dieser Bauhaus-Schriftform nach und rekonstruiert ihren Einfluss auf typographische Traditionen in den USA und darüber hinaus.

Termine
03.04.2017 - 07.01.2018 Bauhaus, Dessau Ausstellung "Handwerk wird modern"