Demokratie und Tragödie

Festival Internationale Neue Dramatik 2017

Im Jahr 2017 setzt die Schaubühne Berlin bei ihrem „Festival für internationale neue Dramatik“ (FIND) den Fokus auf das Thema „Demokratie und Tragödie“. Das Wechselverhältnis von Demokratie und Tragödie begleitet uns seit der griechischen Antike. Mitleid, Furcht und Schrecken angesichts der auf der Bühne verhandelten Konflikte sollten die Bürger von ihren eigenen Affekten reinigen und ihr politisches Bewusstsein entwickeln. Die eingeladenen Theatermacher/innen beschäftigen sich mit dem gegenwärtigen Stand der Demokratie, ihrer Gefährdung, ihrer verdrängten Schuld und ihren Widersprüchen. Ausgehend von zumeist krisenhaften Diagnosen der aktuell existierenden Demokratien befragen sie unsere politischen und sozialen Konzepte von Gemeinschaft und Miteinander und entwerfen Szenarien, wie wir in Zukunft zusammen leben können. Angélica Lidddells Stück ist eine düstere, dystopische Zukunftsvision für ein Europa, das sich komplett abgeschottet hat. Anne-Cécile Vandalem ist eingeladen mit einer Tragikomödie über den Rechtspopulismus. Romeo Castellucci geht in seiner Produktion weit in die Geschichte zurück zu Alexis de Tocqueville, um einen Blick auf die Gegenwart und die Demokratie in Amerika zu werfen. Und Christophe Meierhans erprobt mit den Zuschauern am Küchentisch neue Formen des Miteinanders. Alle Produktionen sind auf dem Festival zum ersten Mal in Berlin zu sehen. Die Bandbreite reicht von Schauspiel und dokumentarischem Theater bis zu szenischen Installationen und interdisziplinären Formaten. 

Künstlerische Leitung: Thomas Ostermeier
Mitwirkende: Romeo Castellucci (IT), Dead Centre (IE), Angélica Liddell (ES), Mapa Teatro (CO), Christoph Meierhans (CH), Sanja Mitrovic (CS), Milo Rau (CH), Anne-Cécile Vandalem (BE)

Termine
30.03.2017 - 09.04.2017 Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin Festival