Bild und Raum

Speculative Ambience, 2016 (Video Still) Produziert von Iconoclast, Courtesy: Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Die Berlin Biennale gilt als das wichtigste Schaufenster für zeitgenössische Kunst und als einzige Biennale ihrer Art in Deutschland. Alle zwei Jahre setzen sich namhafte Kuratoren dafür ein, neuen, noch wenig etablierten Positionen der jüngeren Kunst ein Podium zu bieten.

DIS haben die 9. Berlin Biennale kuratiert

Das New Yorker Kollektiv DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro war das kuratorische Team der 9. Berlin Biennale. Die kulturellen Interventionen von DIS beziehen eine große Spannbreite unterschiedlicher Medien und Plattformen ein, von ortsspezifischen Museums- und Galerieausstellungen bis hin zu fortlaufenden Online-Projekten. Unter diesen ist besonders DIS Magazine hervorzuheben, eine virtuelle Plattform, die sich mit Kunst, Mode, Musik und Kultur beschäftigt sowie neue kreative Praktiken gestaltet und unterstützt. Jüngste Projekte beinhalten DISimages, 2013, eine professionell arbeitende Bildagentur, die Künstlerinnen und Künstler anwirbt, Bilder für den privaten und kommerziellen Nutzen zu produzieren, sowie DISown, ein Einzelhandelsunternehmen mit dem Ziel, kreative Wirtschaftsbereiche zu erweitern. Durchgängig erforschen DIS in allen ihren Arbeiten die Spannungsfelder zwischen Populärkultur und institutioneller Kritik, indem sie ihre Projekte im Internet zur Verfügung stellen.

Ausstellungsorte

Das Kuratoren-Kollektiv DIS wollte keine „verlassenen“ Räume in der Stadt besetzen. Durch die Wahl der Ausstellungsorte wollten sie vielmehr die Paradoxien greifbar machen, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen: das Virtuelle als das Wirkliche, Nationen als Marken, Menschen als Daten, Kultur als Kapital, Wellness als Politik oder Glück als Bruttoinlandsprodukt.

Ausgangspunkt ihrer Biennale war die Akademie der Künste am Pariser Platz. Der Pariser Platz ist einerseits touristisches Epizentrum und zugleich umgeben von weitgehend unsichtbaren Netzwerken wirtschaftlicher und staatlicher Macht. Die Akademie der Künste am Pariser Platz ist eine historische Stätte, die durch eine großzügige Glasarchitektur neu gefasst wurde. In unmittelbarer Nähe zum Regierungsviertel kommen hier die visuellen Codes des Staates exemplarisch zum Ausdruck: nationales Erbe und der Glanz der Transparenz.

Die ESMT European School of Management and Technology, eine private Wirtschaftshochschule, befindet sich im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR. Die sozialistische Vergangenheit des Baus wird überlagert von den aktuellen Codes der globalen Wirtschaft; staatssozialistische Ästhetik wacht über Liveübertragungen des deutschen Aktienindex und eine hochmoderne Wirtschaftsausbildungs-Einrichtung für künftige Führungskräfte.

Am Landwehrkanal in Kreuzberg wurde ein ehemaliger Telekommunikationsbunker renoviert und wird in seiner neu gestalteten Form die Feuerle Collection beherbergen. Als private Sammlung von musealem Ausmaß, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist, verdeutlicht der Ort den steten Zulauf von Sammler/innen nach Berlin und die verschiedenen öffentlich-privaten Partnerschaften, die die Kulturwirtschaft der Stadt antreiben.

Wie auch in den vergangenen Jahren waren die KW Institute for Contemporary Art ein weiterer zentraler Ausstellungsort.

Die Berlin Biennale wird organisiert durch die KW Institute for Contemporary Art.

Termine
04.06.2016 - 18.09.2016 KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, Berlin Ausstellung