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KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut
Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder
Das KUR-Programm fördert beispielhafte Konservierungs- und Restaurierungsprojekte in Museen, Archiven und Bibliotheken: von vorgeschichtlichen Eisenobjekten, chinesischen Höhlenmalereien über Notenmanuskripte der Bach-Familie und naturkundliche Kabinette bis hin zu zeitgenössischen Videoinstallationen - immer handelt es sich um Objekte oder Sammlungen von hohem kulturhistorischem Wert, die akut vom Verfall bedroht sind.
Die von einem Fachkuratorium ausgewählten 26 Vorhaben entwickeln wissenschaftliche Grundlagen und innovative Lösungen für die Konservierung und Restaurierung und kooperieren mit zahlreichen Forschungsinstituten, Hochschulen und Museen im In- und Ausland.
So unterschiedlich die Objekte ihrem Alter, dem Material und den Konservierungs- und Restaurierungsanforderungen nach sind - sie lenken exemplarisch den Blick auf die Gefahr, dass wertvolles Kulturgut in den Archiven, Museen und Bibliotheken verlorengeht. Mangelhafte Lagerungsbedingungen, unsachgemäße Handhabung, Vernachlässigung und negative Umwelteinflüsse bedrohen den Bestand vieler Sammlungen. Vor allem in kleineren Einrichtungen fehlt es auf Grund der immer schwieriger werdenden finanziellen Situation an konservatorischer Obhut. Im Wettbewerb mit anderen Kultureinrichtungen und -veranstaltungen übertönt der Ruf nach spektakulären Sonderschauen und Events häufig die Mahnungen und Warnungen der Kuratoren und Restauratoren. Museen, Archive und Bibliotheken können häufig ihrem Auftrag des Bewahrens - neben dem Sammeln, Forschen und Vermitteln - nicht nachkommen, weil Mittel und Ausstattung der Einrichtungen dafür nicht ausreichen.
Die Kulturstiftung des Bundes möchte zusammen mit der Kulturstiftung der Länder ein weithin sichtbares Zeichen für die Dringlichkeit von Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen setzen, damit wir unser Kulturerbe in den Museen, Archiven und Bibliotheken erhalten und an die nächste Generation weitergeben können. Sieben Millionen Euro stellt die Kulturstiftung des Bundes für das KUR-Programm im Zeitraum von 2007 bis 2011 zur Verfügung. Dessen Anliegen braucht aber die nachhaltige Unterstützung einer großen Öffentlichkeit und der kulturpolitisch Verantwortlichen.
Dem Kuratorium des KUR-Programms gehören an:
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Böcker, Berater für Material und Umwelt, vormals Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin
Dr. Renate Eikelmann, Bayerisches Nationalmuseum, München
Kornelius Götz, Präsident des Verbandes der Restauratoren 2001-2007, Büro für Restaurierungsberatung Oettingen
Prof. Dr. Ulrich Schießl, Hochschule für Bildende Künste, Dresden
Prof. Dr. Armin Zweite, Geschäftsführer der Udo und Anette Brandhorst Stiftung und Direktor der Sammlung Brandhorst, München
Geförderte Projekte und Projektträger
Auf den folgenden Internetseiten möchten wir die einzelnen Projekte des KUR-Programms vorstellen. Sie zeigen die prekäre Situation in Museen, Archiven und Bibliotheken und den Handlungsbedarf in der Prävention, Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut. Sie machen deutlich, wie viel zu tun ist und was getan werden kann.
Alterung von künstlichen Bindemitteln auf Wandmalereien (Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz)
Antiaging für Kulturgut mit Elastomeranteilen (Deutsches Bergbau-Museum Bochum)
Architekturpläne des Hans-Scharoun-Archivs (Akademie der Künste, Berlin)
Bachiana der Sing-Akademie - Konservierung und Restaurierung (Sing-Akademie zu Berlin e. V.)
Exemplarische Sicherung deutscher Bildgeschichte 1945-1960 (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)
Historische Tasteninstrumente in den Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar (Klassik Stiftung Weimar)
ILKAR - Integrierte Lösungen zur Konservierung, Archivierung und Restaurierung gefährdeter Magnetbänder und Bandwalzen (Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz)
In Uno Museum - Wissenschaft und Kunst in Görlitz (Kulturhistorisches Museum Görlitz)
Konservierung mittelalterlicher Glasmalerei im Kontext spezieller materieller und umweltbedingter Gegebenheiten (Dom zu Erfurt, St. Marien - Domkapitel)
Konservierung und Restaurierung der Pausa-Sammlung (Stadt Mössingen)
Massenfunde in archäologischen Sammlungen (Archäologische Staatssammlung München)
Mediaartbase.de (ZKM Karlsruhe)
Mobiles Kulturgut der Kaiser- und Königsgräber im Dom zu Speyer (Historisches Museum der Pfalz Speyer)
Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut (Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main und Leipzig)
Naturkundliche Nasssammlung des Museums für Naturkunde (Museum für Naturkunde Berlin)
Prunksärge in der Fürstengruft des Merseburger Doms (Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg)
Restaurierung der Waffensammlung "Schwarzburger Zeughaus" (Thüringer Landesmuseum Heidecksburg)
Restaurierung der historischen Anatomischen Sammlungen (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt am Main)
Restaurierung und fachgerechte Unterbringung von Eisenfunden (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle)
Rettung des Naturalienkabinetts Waldenburg (Stadt Waldenburg, Sachsen)
Sicherung von Tonbändern aus dem Nachlass von Oskar Sala (Deutsches Museum München)
Stabilisierung zerfallsgefährdeter Zeitungsseiten (Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz)
Statische Untersuchungen an historischen Tasteninstrumenten (Stiftung Händel-Haus Halle)
TABU - Sicherung Audiovisuellen Kulturguts (Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin)
Umbrische Tafelbilder - Restaurierung und Vermittlung (Lindenau-Museum Altenburg)
Wachsmoulagen: Wertvolles Kunsthandwerk vom Aussterben bedroht (Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden)
Kontakt:
Friederike Zobel
KUR - Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0)345 2997 160
Fax: +49 (0)345 2997 333
>E-Mail
Weiterführende Informationen
In aller Öffentlichkeit. Das KUR-Symposium
Wie können Konservierung und Restaurierung wirkungsvoll öffentlich gemacht werden? Wie wird die wichtige, aber oft im Verborgenen stattfindende Basisarbeit in Museen, Archiven und Bibliotheken, aber auch die schwierige Situation öffentlicher Sammlungen im Hinblick auf die Bestandserhaltung und -sicherung sichtbar? Restauratoren, Kuratoren, Wissenschaftler und Förderer präsentieren erfolgreiche Vermittlungswege. Vom 13. bis 14. Oktober 2010 in Halle.
Alle geförderten Projekte zum Download
Das PDF-Dokument bietet eine Übersicht über alle im KUR-Programm geförderten Projekte.
Das KUR-Programm
Das KUR – Programm zur Restaurierung und Konservierung von mobilem Kulturgut führt die Kulturstiftung des Bundes gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder durch. Über die Aufnahme in das Förderprogramm, das bis 2011 laufen wird, entschied eine Expertenjury im Februar 2008. Das Antragsverfahren ist abgeschlossen, weitere Projektanträge können nicht berücksichtigt werden.
Das KUR-Programm im Magazin der Kulturstiftung des Bundes
Für das Magazin #14 schrieb Stefan Koldehoff unter dem Titel "Erhalt oder Verfall" einen Grundsatzartikel zum Erhalt unseres kulturellen Erbes. Das Magazin #12 stellte in einer Bildstrecke und in Beiträgen ausführlich das KUR-Projekt "Konservierung und Restaurierung der Pausa-Sammlung" vor.