Musik und Klang

studio musikFabrik. Foto: Klaus Rudolph

Studio Musikfabrik

Vermittlung Neuer Musik

Die Kulturstiftung des Bundes unterstützte bisher sowohl in der offenen Förderung als auch in ihren Programmen regelmäßig Projekte der Neuen Musik. Mit dem mehrjährigen Programm Netzwerk Neue Musik, das 2011 auslief, hat die Stiftung zudem die Vermittlung in den Fokus gerückt und in fünfzehn Netzwerken mit über 255 Partnern bundesweit neue Publikumsgruppen für Neue Musik begeistern können. Obwohl die Nachwuchsarbeit auch Teil der dortigen Vermittlungsprojekte war, verdichtete sich im Zuge der Initiative Netzwerk Neue Musik die Erkenntnis, dass die Beschäftigung junger Menschen mit Neuer Musik einen wichtigen Baustein musikalischer Bildung in Deutschland darstellt.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Programms Netzwerk Neue Musik engagiert sich die Kulturstiftung des Bundes auch weiterhin im Bereich Vermittlung Neuer Musik. Mit Studio Musikfabrik hat sie dafür ein modellhaftes Projekt zur Nachwuchsförderung des Kölner Ensemble musikFabrik ausgewählt und für einen Zeitraum von vier Jahren gefördert.

Das Ensemble musikFabrik gehört international zu den führenden Klangkörpern auf dem Gebiet der Neuen Musik. Das Solistenensemble realisiert seit 1990 unbekannte, neue sowie in Auftrag gegebene Kompositionen, die zumeist in Zusammenarbeit mit den Komponisten und anderen Künstler/innen erarbeitet werden. Die Liste der Persönlichkeiten reicht von Mark Andre über Sir Harrison Birtwistle, Heiner Goebbels, Toshio Hosokawa, Helmut Lachenmann, Olga Neuwirth und Emmanuel Nunes bis zu Carlus Padrissa (Theatergruppe La Fura dels Baus), Sasha Waltz (Tanz), Rebecca Saunders oder Karlheinz Stockhausen. Das zentrale Anliegen der musikFabrik liegt in der Auseinandersetzung mit experimentellen Ausdrucksmöglichkeiten in den Bereichen Musik und Performance. Unter dem Label Studio Musikfabrik widmet sich das Ensemble musikFabrik nun seit 2009 verstärkt der Arbeit mit jugendlichen Musiker/innen.

In Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat NRW begleiten die Profis das Landesjugendensemble. Bereits seit 2006 können junge Musiker zwischen 14 und 21 Jahren, die an „Jugend musiziert“ teilgenommen haben oder in Kammer- oder Landesjugendensembles spielen, unter fachkundiger Anleitung beim Landesjugendensemble für Neue Musik in Nordrhein-Westfalen Mitglied werden und erste Erfahrungen mit zeitgenössischer Musik in einer größeren Besetzung sammeln. Inzwischen ist das Landesjugendensemble in die gemeinsame Trägerschaft von Landesmusikrat und Ensemble musikFabrik übergegangen. Diese Angliederung an ein professionelles Ensemble birgt für die jungen Musiker/innen enorme künstlerische Entwicklungschancen: Sie werden nicht nur in Spieltechniken und Interpretationen Neuer Musik unterrichtet, sondern erhalten auch Einblick in den Alltag eines professionell arbeitenden Ensembles für Neue Musik.

Grundlegende Strukturen der Zusammenarbeit mit dem Jugendensemble sind mit Eigenmitteln des Landesmusikrats NRW und des Ensembles musikFabrik bereits gelegt worden. So konnten bisher immerhin zwei kurze Arbeitsphasen mit etwa fünf bis sieben Konzerten realisiert werden, die im Wesentlichen jedoch ausschließlich in NRW und ohne nennenswerte eigene Öffentlichkeitsarbeit stattfanden. Mit Hilfe der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes, mit Unterstützung aus dem Land NRW und weiterer Förderer konnte nun die Zusammenarbeit intensiviert werden. Dabei ging es insbesondere darum, die Proben- und Betreuungszeit mit den Profimusikern auszubauen sowie die Anzahl öffentlicher Auftritte zu erhöhen, um die künstlerischen Erfahrungen der Nachwuchsmusiker zu vergrößern und ihnen nationale wie internationale Kontakte zu eröffnen. Die Kulturstiftung des Bundes hat sich dafür eingesetzt, dass das Land NRW das Studio Musikfabrik nach Beendigung der Projektförderung weiter unterstützt.

Die Kulturstiftung des Bundes förderte das Projekt Studio Musikfabrik in den Jahren 2013 bis 2016 mit insgesamt 320.000 Euro.